Engadin: Frühsommer in den Bergen

Von Chamanna Cler nach Ardez

Dies ist eines der vielen Wochenenden, an denen es mich kurzfristig in meine Sent-Seifenblase verschlagen hat. Es ist Frühsommer. Eine der schönsten Zeiten für Wanderungen im Unterengadin. Alle Wiesen stehen in voller Blüte. Das Gras erleuchtet im grünsten aller Grün. Die Berge werden noch von den letzten Schneefeldern geschmückt. Allzu hohe Touren sind daher noch nicht möglich. Zeit für gemütliches Wandern, Erkunden und Geniessen.


Die Route: Ardez – Bos-cha – Munt – Alp Murtera Daduora – Alp Maranguns – Lai Raduond – Lai Lung – Chamanna Cler – Muot da l’Hom – Ardez
Dauer: 6 Stunden – Höhendifferenz: ca. 1’000hm hinauf, ca. 1’000hm hinab – Distanz: ca. 15 km
Variation: Start in Guarda (Tourenbeschrieb)

 

Die Wanderung zur Chamanna Cler passt perfekt. Wir starten in Ardez und laufen zum Weiler Bos-cha hoch. Unterwegs kommen wir immer wieder an prachtvollen Blumenwiesen vorbei. Von Weiss, Violett, Blau bis Gelb ist alles dabei.

Bos-cha_Blumenwiesen

Von Ardez nach Bos-cha_Blumenwiesen

 

Von Einsamkeit & Zutraulichkeit

Der Weg führt uns schliesslich durch den Wald in Richtung Alp Maranguns Murtera. Mit schönster Aussicht und wärmender Sonne gönnen wir uns hier nach dem steilen Anstieg eine kleine Mittagspause mit Leckereien, die ich wie früher in Sent schlendernd eingekauft habe, von Laden zu Laden…

Wir treffen an diesem Tag kaum auf andere Wanderer. Ein Vorteil der abgelegenen Lage des Unterengadins: Ausserhalb der Ferienzeit kommt man sehr oft in den Genuss von menschenleeren Wanderwegen. Entsprechend ungestört scheinen sich auch die Murmeltiere zu fühlen. Sie sonnen sich gemütlich neben uns auf den aufgewärmten Steinen. Wenn immer ein Geräusch zu vernehmen ist, setzen sie sich auf, pfeifen einander alarmierend zu, rennen von Loch zu Loch, um dann nach gebannter Gefahr wenige Minuten später wieder ihre alte Position an der Sonne einzunehmen. Wir fühlen uns während dem Essen bestens unterhalten.

Alp Maranguns Murtera_Mittagesseb

Alp Maranguns Murtera_Murmeli2

 

Von Höhepunkten & Altvertrautem

Obwohl das Ziel und höchster Punkt der Wanderung eigentlich die Chamanna Cler ist, ist der kleine Abstecher zum Lai Raduond für mich der eigentliche Höhepunkt. Der See ist klein und flach. Baden wäre hier schwierig. Aber die frischen Frühlingstemperaturen auf über 2’300m lassen mich sowieso noch nicht wirklich an Abkühlung denken. Der See entzückt dennoch: Farbe und Klarheit in Kombination mit der sich in ihm spiegelnden Aussicht auf die Engadiner Dolomiten machen den See für mich zum grossen Kino. Der unweit davon liegende Lai Lung wird regelrecht in den Schatten gestellt.

Von hier sind es nur noch wenige Höhenmeter bis zur Chamanna Cler. Die Hütte ist noch nicht bewirtet. Es kommt Wind auf, der die Kälte der schneebedeckten Gipfel direkt zu uns zu blasen scheint. Die beim Aufstieg ausgezogenen Extraschichten werden nun schnellstens wieder montiert. Wir machen uns oben angekommen ohne grosse Pause direkt an den Abstieg. Auf angenehmen Wiesen- und Waldwegen geht es nun nur noch gemütlich abwärts Richtung Ardez. Vor uns stahlblauer Himmel, einige dekorative Wolken und die sich auftürmende Kette der unverkennbaren Engadiner Dolomiten. Die Aussicht, die ich auch in Sent habe. Die Aussicht, an der ich mich wohl nie satt sehen werde.

Lai Raduond

Lai Raduond_Am Ufer

Aussicht auf Engadiner Dolomiten

Ein Gedanke zu “Engadin: Frühsommer in den Bergen

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